Angst und Sorgen überwinden

Die Kraft der Gegenwart – Erkenntnisse von Eckhart Tolle

Ich habe kürzlich das Buch „Jetzt – die Kraft der Gegenwart“ von dem spirituellen Lehrer Eckhart Tolle gelesen und muss sagen, dass mich kaum ein Buch so beeindruckt hat. Im folgenden Blogbeitrag möchte ich Euch eine kurze Zusammenfassung von Eckhart Tolles Erkenntnissen und Theorien geben.

Der wesentlichste Schritt zur Erleuchtung

Den wichtigsten und wesentlichsten Schritt auf der Reise zur „Erleuchtung“, wie Tolle es nennt ist: „Lerne Dich von Deinem Verstand zu dis-identifizieren.“ So erkennt man sein wahres Selbst, ohne die Bewertung des Verstandes. Klingt erstmal komisch, macht aber bei näherem untersuchen extrem viel Sinn. Denn je mehr Du mit Deinem Verstand identifiziert bist, desto mehr leidest Du. Er unterscheidet zwischen Deinem Selbst (dem einfachen Sein, ist an dieser Stelle schwer zu beschreiben, da das Selbst ja quasi nur ohne den Verstand funktioniert) und dem Ego, das mit dem Verstand gleichzusetzen ist. Der Verstand ist quasi permanent mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt. Wenn Du „hier“ (Gegenwart) bist und „dort“ sein willst, entsteht Stress = Angst. Das ist laut Tolle eine Spaltung, die Dich innerlich zerreißt. Eine solche Spaltung zu schaffen und mit ihr zu leben nennt er verrückt. Und wenn man so darüber nachdenkt, muss man ihm eigentlich Recht geben. Dass es alle anderen auch so machen, lässt es nicht weniger verrückt erscheinen.

Identifizierung mit dem Verstand

Wenn man sich Sorgen macht, ist man also mit seinem Verstand identifiziert, der sich in eine zukünftige Situation hineindenkt und Angst erzeugt. Es gibt aber keinen Weg, mit einer solchen Situation umzugehen, da sie ja im realen Leben gar NICHT EXISTIERT. Sie ist nur ein Hirngespinst, nur eine Phantasie. Diesen „Wahnsinn“ kann man, wie Tolle sagt, nur beenden, wenn man den gegenwärtigen Moment als das, was er ist anerkennt, ohne eine Geschichte über diesen Moment zu erfinden. Und für mich persönlich könnte keine Erkenntnis wahrer sein. Denn ich bin ein Mensch, der sehr sehr viel (über Zukunft und Vergangenheit) nachdenkt. Von demher war das Buch für mich eine kleine Offenbarung. Aber wie macht man das jetzt, sich von seinen oft quälenden Gedanken über Vergangenheit und Zukunft zu befreien?

Sich des eigenen Denkens bewusst werden

Der erste Schritt, um aus diesem Dilemma auszusteigen, ist laut Tolle sich des eigenen Denkens erst einmal bewusst zu werden, quasi als stiller Beobachter. Dadurch dass man ein Zeuge seiner Gedanken wird, entsteht wie Tolle es nennt eine neue Dimension von Bewusstsein. Damit kommen wir automatisch zur Wahrnehmung der Gegenwart zurück, die der Schlüssel zur Selbstfindung und zu innerem Frieden ist. Denn das Jetzt ist das Kostbarste, was wir haben. Wir sollten es uns deshalb zur Aufgabe machen, unsere Aufmerksamkeit von Vergangenheit und Zukunft abzukoppeln, um die Gegenwart anzunehmen.

Eckhart Tolle Die Kraft der Gegenwart

Die drei Tore zur Gegenwart

Laut Tolle gibt es drei „Tore“, die uns helfen, in die Gegenwart einzutreten und sie intensiv zu spüren, die aber alle miteinander zusammenhängen:

Innerer Körper

Dabei geht es um eine Art des In-Sich-Hineinhörens. Das heißt, intensiv den Körper spüren, am besten mit Händen und Füßen anfangen, dann immer weiter alle anderen Teile spüren. Im Prinzip ist das (wie eine) Meditation. Wir erkennen, dass hinter dem Verstand noch etwas liegt, und zwar das „simple“ Sein, unsere wahre Essenz. Damit stehe ich nicht mehr im Zwang, etwas zu werden oder etwas zu erreichen, denn ich bin schon alles und habe bereits alles. Damit bin ich frei, denn weder mein Glück  noch mein Selbstgefühl hängt jetzt noch von Resultaten ab.

Der Stille lauschen

Eine weitere Möglichkeit, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen, ist es zu versuchen die Stille „hinter“ beziehungsweise „zwischen“ den Geräuschen zu hören. Denn wenn wir uns auf die Stille im Außen konzentrieren, werden wir auch innerlich still, kommen zur Ruhe und damit bei unserem wahren Sein an. Das ist ein Zustand wo wir aufhören zu beurteilen und zu bewerten, sondern alles, was ist annehmen. Das führt direkt zum nächsten Punkt:

Hingabe und Akzeptanz

Annahme und Akzeptieren von dem, was ist. Das heißt ein klares JA zum jetzigen Augenblick. Denn laut Tolle lebt der Verstand vom Nein zum Augenblick, vom Widerstand gegen das, was ist. Der Verstand erschafft diesen Widerstand, weil er fälschlicherweise denkt, er kann so die unerwünschte Situation auflösen. Doch, wer sich mit der Realität das heißt mit der Gegenwart streitet, kann nur verlieren. Hier erkenne ich deutliche Parallelen zu Byron Katie und ihrer The Work Methode, die ich bereits in einem Blogbeitrag ausführlich beschrieben habe. Durch ein kraftvolles Ja werden wir und unsere Umwelt lebendiger. Dabei wird nicht jede Situation im Jetzt immer gut und schön sein. Es ist vielmehr so, dass wir die Situation nicht mehr bewerten. Es gibt kein gut oder schlecht mehr. Kein Glück oder Unglück, sondern nur das „So-Sein“ des Moments. Dieses Annehmen, kann man bei kleinen Dingen üben, wie zum Beispiel dem Verlieren des Handys, des Schlüssels oder eines Verkehrsstaus. Damit es einem dann später leichter fällt, auch schwerere Verluste/schwierige Situationen anzunehmen.

Raus aus der Opfer-Falle

Ein Sichbeklagen ist laut Tolle immer ein Nichtannehmen einer bestimmten Situation. Und wenn wir uns beklagen, machen wir uns zum Opfer. Eine ganze Opfer-Identität entsteht dann aus dem Glauben, dass die Vergangenheit mächtiger ist als die Gegenwart. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall! Annehmen hat nämlich nichts mit aufgeben zu tun. Es heißt, sich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen, den Moment ohne Beurteilungen hinzunehmen. Ich kann jedoch auch wenn ich eine Situation annehme, aktiv werden und handeln. Aber zuerst muss ich Ja zu dem sagen, was ist.

Freiheit von Unglücklich-Sein kann man laut Tolle also sofort erreichen, wenn man sich dem, was ist zuwendet, anstatt Geschichten darüber zu erfinden. Wenn Bewusstsein in dir ist und du deinen Verstand nicht länger als dein wahres Selbst ansiehst, brauchst du nicht länger jeden Gedanken zu glauben, den du denkst. Sag dir einfach: „Das ist ein alter Gedanke, sonst nichts!“. Und du wirst sehen, wie sich viele Probleme in Luft auflösen.

Hier noch ein toller Vortrag von Eckhart Tolle über seine Sicht auf das Leben:

Freue mich über Besuche auch bei Instagram, Facebook und Twitter.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Die Kraft der Gegenwart – Erkenntnisse von Eckhart Tolle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s