Angst und Sorgen überwinden

So könnt Ihr ständiges Sorgen und Gedankenkreisen abstellen

Gerade in Zeiten, in denen wir größeren Belastungen ausgesetzt sind, fällt es uns oft schwer, unser inneres Kopf-Kino und das ständige kreisen der Gedanken abzustellen.  Im Folgenden habe ich Euch ein paar Tipps zusammengestellt, wie Ihr es schaffen könnt, aus der Sorgen-Spirale auszusteigen, die Sorgen zu vertreiben und zu mehr Ruhe Gelassenheit zu finden.

1. Die Sorgen und Gedanken aufschreiben

Als erstes ist es sehr wichtig, die Gedanken erst einmal aufzuschreiben. So sind sie erstmal aus Deinem Kopf heraus und auf Papier gebracht. Damit ist schon einmal der erste Schritt getan und das ewige Kreisen der Gedanken durchbrochen. Sind sie erst einmal zu Papier gebracht, können wir sie uns in Ruhe anschauen.

2. Überprüfen der Gedanken

In einem zweiten Schritt geht es jetzt darum, die Gedanken  und Sorgen zu überprüfen. Sind die Dinge, die ich denke, wirklich Realität? Sind sie wirklich wahr oder sind es Zukunftsphantasien, die nichts mit der Realität zu tun haben. In 99 Prozent der Fällen sind es Horror-Szenarien, die wir uns über unsere Zukunft ausmalen. Sie haben absolut nichts mit der Realität zu tun. Die Gedanken sind also nichts weiter als unwahre Phantasien. Oft hilft es schon, sich das einmal ganz bewusst klar zu machen.

3. „Stop!“ sagen

Auch wenn Ihr Euch klargemacht habt, dass die Sorgen nur Phantasien sind, werden sie vermutlich trotzdem immer wieder auftauchen. Dann kann es helfen, dass immer, wenn Ihr merkt, dass Ihr wieder in die Grübel- und Sorgen-Spirale zurückfallt, Euch laut ein innerliches „STOP!“ vorzusagen. Da ja jahrelang die automatischen, negativen Gedankenmuster am Werk waren, wird es jedoch eine Weile dauern, bis diese nicht mehr auftauchen. Ihr werdet also am Anfang ziemlich oft Stop sagen müssen und sehr viel Ausdauer mitbringen müssen, bis Euer Gehirn es umgelernt hat und die negativen Gedanken nicht mehr auftauchen. Oft kommen diese negative Glaubenssätze auch aus der Kindheit und laufen automatisch ab, deshalb sind sie oft umso hartnäckiger. Da dieses Sorgen seit Jahren so automatisch abläuft, muss man sehr achtsam sein, um die Spirale immer wieder von Neuem zu durchbrechen. Denn diese Sorgen und Ängste sind alte Muster, die meistens gar nicht mehr in unser derzeitiges Leben passen. Oftmals hilft es auch, zu denken: „Ach,  die Platte „Ich schaffe das nicht“, „Ich kann das nicht“, „Was ist wenn dies oder das passiert“ etc. kenne ich bereits! Damit klebst Du den Gedanken sozusagen ein Etikett auf und wehrst Dich nicht gegen sie. Denn je mehr man sich gegen eine Sache wehrt, desto länger bleibt sie einem erfahrungsgemäß erhalten. Das ist wie mit dem Beispiel: „Denke nicht an einen rosa Elefanten!“. Denke dir danach: Die negativen Gedanken dürfen da sein, aber ich muss diese negativen Gedanken nicht weiter verfolgen, ich kenne sie bereits und habe sie registriert, aber sie sind für mein weiteres Leben nicht nützlich.

4. In individuellen Lösungen denken

Es ist wichtig, dass wir aus unseren Erfahrungen lernen und das Wissen dann auch für zukünftige Situationen anwenden, anstatt sich mit den Sorgen immer wieder im Kreis zu drehen und zu keiner Lösung zu kommen. Wie sind wir in der Vergangenheit mit solchen Situationen umgegangen und können wir unser gesammeltes Wissen auch auf diese Situation anwenden?  Es ist nämlich sehr hilfreich zu versuchen, seine eigenen, ganz individuellen Lösungen zu finden, da ja auch die eigenen Probleme individuell sind, anstatt sich im Außen zu verlieren und dort nach Lösungen und Ratschlägen zu suchen. Was erscheint Dir persönlich als die beste Antwort auf Deine Sorgen beziehungsweise die beste Lösung, wenn Du gänzlich unabhängig von der Welt und anderen Menschen wärst (was Du im Übrigen wirklich bist)? Wenn wir uns wirklich die Zeit nehmen und uns das einmal ganz in Ruhe fragen, fällt uns erstaunlich oft eine Lösung ein. Versuche Wege zu finden und Entscheidungen zu treffen, die von anderen Menschen komplett unabhängig sind. Was andere Leute denken, tun oder sagen  „is not your business“.

5. Sich selbst mehr Gutes tun

Im Leben geht es darum, sich selbst Gutes zu tun. Das sollte oberste Priorität haben. Mache Dir selbst bewusst, dass Du Dir mit diesem Verhalten Leid zufügst. Dann kannst Du es auch bewusst abstellen. Du denkst vermutlich mit dem ewigen Sorgen machen und kontrollieren wollen tust Du Dir etwas Gutes, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Die Zukunft lässt sich nicht kontrollieren, so sehr Du es auch versuchst. Aber sie muss sich auch nicht kontrollieren lassen. Vertraue mehr auf den Fluss des Lebens und dass alles genauso kommt, wie es kommen soll – auch ganz ohne Dein zutun.

6. Was will ich für ein Leben führen?

Statt sich darauf zu konzentrieren, was in Deinem Leben alles passieren könnte und was Du nicht willst, konzentriere Dich lieber auf die Dinge, die Du für Dein Leben haben möchtest. Was sind Deine Ziele? Wie stellst Du Dir Dein Leben vor? Was macht Dir Freude? Denn Deine Energie fließt immer in die Richtung, in die Deine Aufmerksamkeit geht. Vielleicht hast auch Du zu lange nach den Vorstellungen anderer Menschen gelebt und Deine eigenen Bedürfnisse hinten angestellt. Ängste und Sorgen entstehen oft auch als eine Art Ersatzventil, wenn man gegen seine innere Wahrheit lebt. Finde also heraus, was Du Dir für Dein Leben wünscht.

7. Die Wahrscheinlichkeits-Rechnung zur Hilfe ziehen

Die meisten Horror-Szenarien, die wir uns über unsere Zukunft machen, treten niemals ein, denn sie sind allesamt sehr unwahrscheinlich. Unser Körper kann aber nicht zwischen wahrscheinlich und unwahrscheinlich unterscheiden, da er unsere Gedanken für wahr hält und daraufhin Angst produziert. Dann glauben wir, dass die Gedanken Realität sind, da wir ja Angst haben. Damit entsteht ein Teufelskreis. Wenn wir aber unseren Verstand mittels der Wahrscheinlichkeitsrechnung anzapfen können wir aus diesem Kreislauf aussteigen. Nach heutiger Rechnung werden wir im Durchschnitt 90-100 Jahre alt. Bahnbrechende medizinische Fortschritte mal außen vor gelassen. Ihr könnt Euch also im Prinzip auf ein recht langes Leben freuen. Das sagt uns die Wahrscheinlichkeit. Mit einem gewissen  Restrisiko muss jeder Mensch leben. Aber wenn wir uns vor Augen führen, wie minimal es ist, ist dies normalerweise auch gut machbar.

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Dieser Blog nur eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellen und ersetzt natürlich keine professionelle psychologische Beratung.

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3 Kommentare zu „So könnt Ihr ständiges Sorgen und Gedankenkreisen abstellen

  1. Genau das ist unser Problem. Wir sind einer derart großen Reizüberflutung ausgesetzt, und haben keine Möglichkeit abzuschalten, das Tipps gegen Stress zwar gut sind, sich viele aber gar nicht die Zeit nehmen, diese umzusetzen. Oder aber sich für so unentbehrlich halten, das sie es gar nicht wollen

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  2. Ich bin heute hier auf diesen Blog gestoßen und bin nur noch am Lesen. Ich stecke gerade in einer „sogenannten Lebenskrise“ mit fast 60 Jahren und sehe alles dunkelschwarz. Ich habe hier einiges gelesen, was mir vielleicht helfen kann. Dafür möchte ich danke sagen.

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    1. Das freut mich sehr, genau deshalb schreibe ich diesen Blog. Dass man denkt, man kommt da nicht mehr raus gehört zum
      „Krankheitsbild“ einer Krise. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Gedanken stimmen oder dass sie nie wieder weggehen. Schlechte Gefühle dürfen da sein, das heißt nicht, dass sie für immer bleiben! Ganz liebe Grüße und Sie schaffen das!

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