Angst und Sorgen überwinden

Warum es so wichtig ist, Gefühle und Schmerz zuzulassen

In meinem letzten Beitrag habe ich von der Wichtigkeit des positiven Denkens und der positiven Gefühle geschrieben. Generell ist das positive Denken eine sehr gute und wirksame Sache für unser Leben. Aber dabei gilt es eines nicht zu vergessen: Es gibt Ereignisse in unserem Leben, die uns einfach weh tun und uns traurig machen. Punkt. Amen. Aus. Da gibt es auch nichts schön zu reden und nichts Positives daran. Deshalb gibt es auch Situationen und Zeiten in unserem Leben, in denen wir den negativen Gefühlen Raum geben müssen. Sie dürfen von Zeit zu Zeit da sein und es ist enorm wichtig, sich auch diese negativen Gefühle zuzugestehen. Denn Gefühle möchten nur eines: gefühlt werden. Und meistens geht es uns sofort besser, wenn wir die negativen Gefühle einfach fühlen dürfen, anstatt uns dafür zu verurteilen. Unser Verstand will uns aber sofort verurteilen und gaukelt uns vor, dass etwas mit uns nicht stimmt, wenn wir negative Gefühle haben. Wir denken oft, dass wir immer gut gelaunt, dankbar und fröhlich sein müssten. Das müssen wir jedoch nicht. Es ist völlig ok, ab und an einmal schlechte Laune zu haben. Das Leben besteht immer aus Freude und Leid, aus Licht und Schatten. Und wir müssen auch für niemanden funktionieren. Weder für uns selbst, noch für andere.

„If there are no upside downs in your life, it means you are dead“

negative-gefuhle-zulassen

Gefühle sind Energie in Bewegung

Ein Gefühl ist erst einmal nichts anderes als Energie in Bewegung. Eigentlich weder negativ noch positiv, wenn wir es nicht bewerten würden. Die jeweilige Bedeutung messen wir dem Gefühl erst durch unsere Bewertung bei. Auch körperlicher Schmerz wird durch unsere Bewertung und unser Denken erst richtig schlimm. Nicht umsonst versucht man kleine Kinder wenn sie stürzen nachdem man sie getröstet hat von ihrem Schmerz abzulenken. Und bei Kindern sieht man sehr deutlich, wie gut dies funktioniert. Sind Ihre Gedanken nicht mehr bei dem Schmerz, schlägt ihre Stimmung innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde plötzlich um. Der Ratschlag: „Denk nicht dran“ ist also gar nicht mal so schlecht. Das geht natürlich nicht, weil wir dann erst recht dran denken müssen. Aber wir können unser Denken nicht so ernst nehmen und es im Hintergrund „rauschen“ lassen.

Wir sollten in unserem Leben immer wieder darauf achten, wie wir es schaffen können, weniger zu bewerten. Uns sozusagen immer wieder daran erinnern, dass wir das „anhaften“ an Gefühlen und Dingen loslassen – im Positiven wie im Negativen. Die Dinge betrachten, ohne sie besitzen zu wollen. Nur dann kann Glück und Freude aus uns selbst heraus entstehen, die auch noch von Dauer ist, wenn sich die äußeren Umstände ändern.

Die Natur von Gefühlen ist, dass sie kommen und gehen. Wenn wir diesen Prozess nicht unterbrechen oder unterdrücken ist im wahrsten Sinne des Wortes alles im „Fluss“. Wir kriegen erst „Probleme“, wenn wir Gefühle nicht fühlen (wollen), sie verdrängen und damit Impulse unterdrücken und Energie blockieren. Dann müssen sich diese Gefühle einen anderen Weg an die Oberfläche suchen. Dadurch entstehen nicht selten Ängste, Süchte oder Ähnliches, um die schlechten Gefühle zu unterdrücken. Ich finde, dass zum Beispiel die Jin Shin Jyutsu Methode eine gute Möglichkeit darstellt, um blockierte Energien zu lösen, wie das genau funktioniert habe ich bereits in einem Blogbeitrag vorgestellt.

Was können wir also tun?

Anstatt vor unseren Gefühlen wegzulaufen, was im Grunde sowieso unmöglich ist, weil sie ja schon in uns sind, können wir ganz bewusst versuchen, unsere Emotionen hochkommen zu lassen. Sich einmal hinsetzen, zur Ruhe kommen, den Atem beobachten und bewusst hin spüren. Oft haben wir eine solche Hemmung davor, weil wir Angst davor haben, die Kontrolle zu verlieren. Du brauchst aber keine Angst vor Deinen Gefühlen zu haben. Der Körper produziert keine Gefühle, die Du nicht aushalten kannst. Das ist schlichtweg unmöglich – egal, wie bedrohlich sich etwas im ersten Moment auch anfühlen mag. Es bleibt immer nur ein Gefühl. Mehr nicht. Nur wenn Du alle Gefühle zulässt, kannst Du sie fühlen, durch sie hindurchgehen und sie können sich danach auch wieder von Dir verabschieden. Und das werden sie auch. Du wirst Dich selbst dabei nicht verlieren und wenn dann ist es nur zeitweise und genau das, was Du in diesen Momenten brauchst.

Es geht also im Leben nicht darum, negative Gefühle auszulöschen oder durch positive Gedanken zu ersetzen. Ganz im Gegenteil. Die negativen und belastenden Gefühle sollen beachtet und anerkannt werden. Und dann sollte man liebevoller und unterstützender mit sich selbst sein. Sich selbst genauso zu akzeptieren wie man ist mit all seinen Gefühlen, ganz egal, wie man ist und welche Gefühle man hat! Das ist das Liebevollste und Positivste, das man für sich tun kann.

Eckhart Tolle – den Widerstand auflösen

Folgendes Video von Eckhart Tolle zeigt sehr anschaulich, warum man den Kampf mit dem, was ist niemals gewinnen kann. Widerstand gegen ein Gefühl oder gegen eine Situation zu leisten, ist daher völlig sinnlos und bewirkt genau das Gegenteil.

“What you resist not only persists, but will grow in size.” Carl Gustav Jung

Wir können nur durch unser Bewusstsein, d.h. das bewusste Wahrnehmen einer Situation, ohne diese zu bewerten aus diesem Dilemma „erwachen“ und inneren Frieden finden. Eckhart Tolle erklärt, dass negative Gefühle sich dann auflösen, wenn man sie da sein lässt. Das erkennt man auch schön an der Verwirrung des Geistes, wenn man sich sagt: „Gut, dann bin ich eben jetzt unglücklich!“. Oft ist er durch diesen simplen Satz so verwirrt, dass sich das Unglücklich-Sein sofort einstellt. Konnte ich an mir selbst schon mehrmals feststellen. Und danach ist man oft glücklicher als vorher. Ein schönes Beispiel von Tolle ist auch der Vergleich mit dem Frosch aus einem Märchen: Sobald die Prinzessin bereit ist, den Frosch als Frosch anzuerkennen und ihn zu küssen, verwandelt sich der Frosch in einen Prinzen. Genauso ist es mit dem Unglücklich-Sein, sobald wir den Widerstand auflösen und uns erlauben unglücklich zu sein, löst sich das negative Gefühl auf.

Ich bin ein riesen Fan von Eckhart Tolle, da ich seine Lehre einfach großartig finde. Wer mehr zu ihm und seinen Erkenntnissen lesen möchte – ich habe sein Buch „Jetzt – die Kraft der Gegenwart“ bereits in einem Blogbeitrag zusammengefasst.

Freue mich wie immer auch über Besuche bei Instagram, Facebook und Twitter.

Dieser Blog soll nur eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellen und ersetzt natürlich keine professionelle psychologische Beratung oder einen Arztbesuch.

Advertisements

2 Kommentare zu „Warum es so wichtig ist, Gefühle und Schmerz zuzulassen

  1. Dein Beitrag gefällt mir sehr gut. Ich sehe das auch so. Annehmen was ist, Gedanken, Gefühle und Situationen, sie da sein lassen ohne zu bewerten, sie bewusst fühlen und dann sind sie meist auch schon wieder weg. Eigentlich ist es so einfach, wenn wir es mit der Kontrolle nicht unnötig kompliziert machen 🙂 Herzensgrüße, Nicole

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s