Selbstbewusstsein und Verwirklichung

Wie man dauerhaft glücklich wird – Erkenntnisse von Robert Holden

Robert Holden ist ein britischer Psychologe und Autor, der unter anderem auf dem Feld der positiven Psychologie tätig ist. In seinem Buch mit dem Titel „Happiness Now“ stellt er viele interessante Thesen zum Thema (Lebens)Glück auf. Im folgenden möchte ich Euch Robert Holdens Arbeit näher vorstellen. Eine zentrale Frage, die Holden stellt und die bei mir einen wirklichen „Aha-Moment“ nach sich zog ist: „Wer bist Du, wenn Du Dich nicht verurteilen würdest?“. Ich fand es unglaublich kraftvoll, sich einmal bewusst diese Frage zu stellen. Denn wenn wir uns ehrlich und schonungslos mit dieser Frage beschäftigen, fällt uns auf: Das Leben verurteilt mich nicht. Andere verurteilen mich nicht. Ich bin der einzige Mensch, der mich verurteilt. Das einmal bewusst wahrzunehmen ist bereits der erste Schritt in die richtige Richtung.

Sich selbst akzeptieren

Der Schlüssel zum Glück ist laut Holden die 100 prozentige Selbstakzeptanz. Nur durch sie kann wahres Glück entstehen. Entscheide Dich also heute noch dafür, Dich nicht immer weiter „verbessern“ zu wollen, sondern Dich genauso anzunehmen, wie Du bist. Mit all Deinen Schwächen und Deinen Ängsten. Du bist genug. Und Deine Seele ist bereits glücklich. Du beziehungsweise Dein Ego weiß es nur noch nicht. Denn Glücklich-Sein steckt in jedem von uns. Das ist sozusagen der Ur-Zustand. Diesen Urzustand „zerstören“ wir aber immer wieder durch unsere Bewertung von Situationen und die krampfhafte Suche nach dem Glück. Doch paradoxerweise lässt uns genau diese Suche niemals glücklich werden. Denn durch die (krampfhafte) Suche nach positiven Gefühlen und Glück, wird sich Glück nicht einstellen. Wir sind immer auf der Suche nach mehr und noch mehr. Höher, schneller, weiter ist zu unserem alltäglichen Motto geworden. Aber ein „mehr“ von egal was, wird uns nicht glücklicher machen.
Glück ist nicht etwas, das wir finden müssen, sondern etwas, zu dem wir uns entscheiden (können). Alle Umstände in unserem Leben können uns dazu ermutigen glücklich zu sein, sie können uns aber nicht glücklich machen. Zumindest nicht dauerhaft. Glück ist niemals in der Zukunft zu finden, sondern ausschließlich in der Gegenwart. Und dafür müssen wir nichts besonderes erreichen, leisten oder schaffen. Denn Glück ist nichts, was wir uns erst verdienen müssen, auch wenn wir das oftmals denken.

Holden formuliert in seinem Buch vier Grundsätze:

  • Wenn Du nicht glücklich mit Dir selbst und aus Deinem Inneren heraus bist, wirst Du auch nicht glücklich sein, egal WAS Du tust.
  • Wenn Du nicht glücklich mit Dir selbst und aus Deinem Inneren heraus bist, wirst Du auch nicht glücklich sein, egal WO Du bist.
  • Wenn Du nicht glücklich mit Dir selbst und aus Deinem Inneren heraus bist, wirst Du auch nicht glücklich sein, egal mit WEM Du Deine Zeit verbringst.
  • Wenn Du nicht glücklich mit Dir selbst und aus Deinem Inneren heraus bist, wirst Du auch nicht glücklich sein, egal WAS Du erreicht hast oder besitzt.

Unglücklich-Sein zulassen und heilen

Glücklich zu sein heißt nicht, dass wir niemals negative Gefühle haben (dürfen). Es geht viel mehr darum, die Gefühle nicht als negativ zu bewerten.

„Happiness is the capacity to meet your sadness, be truthful about your sadness and handle unhappiness in a positive way!“

Unglücklich sein und Schmerz zu fühlen ist für uns deshalb so beängstigend, weil wir denken das ginge nie wieder weg. Oftmals fühlt es sich ja auch so an. Holden beschreibt wie ironisch und paradox es ist, dass wir, wenn wir glücklich sind immer sofort Angst haben, dass uns das Glück wieder abhanden kommen könnte. Wenn wir jedoch unglücklich sind, meinen wir zu wissen, das dieser Zustand für immer bleiben wird. Aber egal wie schlimm sich der Schmerz anfühlen mag, eines ist sicher: Er geht vorbei. Die Kunst im Leben besteht darin nicht Anzuhaften. Im Grunde ist Unglücklich-Sein immer Angst (englisch :fear). Und  F.e.a.r. lässt sich laut Holden auch mit:

False Evidence Appearing Real

oder

Forgeting Everything is Alright

definieren. Beides finde ich sehr passend, da diese Definitionen veranschaulichen, wie unreal Angst eigentlich ist. Egal, durch wie viele Ängste wir bereits gegangen sind und wie viel wir in unserem Leben schon ausgehalten haben, unser Kopf flüstert uns jedes Mal wieder zu: „Diesmal ist es anders! Diesmal wirst Du es nicht überleben.“

Das einzige, das wir über das Unglücklich-Sein wissen müssen ist, dass es nicht real ist. Wir sind nicht mit diesem Gefühl identifiziert. Wir haben das Gefühl, wir sind nicht das Gefühl. Du hast Schmerzen, Du bist nicht Dein Schmerz. Das Unglücklich-Sein wird erst dann unerträglich für uns, wenn wir es als negativ bewerten.

Sich auf die Stärken konzentrieren

Was stärkt dich? Was tut dir gut? Meditation? Yoga? Zeit für dich? Zeit mit der Familie? Holden beschreibt sehr anschaulich, dass es gerade in schwierigen Zeiten wichtig ist, die Dinge zu tun, die Dich stärken und die Dir gut tun. Gerade, wenn es uns nicht gut geht, neigen wir aber dazu die Dinge aufzugeben, die uns gut tun. Aber genau dann sollten wir ihnen vermehrt Aufmerksamkeit schenken.

Kontrolle aufgeben

Unser Ego möchte alles kontrollieren. Wenn wir krank sind, versuchen wir deshalb oft unsere Heilung zu erzwingen und zu kontrollieren. Oder zumindest zu verstehen, warum wir krank geworden sind. Heilung ist aber etwas, das mit der Zeit passiert, ohne dass wir es erzwingen können. Heilung ist immer ein Wunder. Das einzige, das es dazu braucht ist, offen für die Heilung zu sein. Wir müssen Heilung weder verstehen, noch kontrollieren. Wir müssen die Heilung einfach passieren lassen.

„Healing is something that happens when you give up control, not when you keep control.“

Liebe ist der Schlüssel

Als Fazit des Buches kann zusammengefasst werden, dass wir nur wahrhaft glücklich werden können, wenn wir unser Leben in Liebe leben. Liebe ist schlussendlich der Sinn unseres Lebens und alles, worum es geht. Jedesmal, wenn wir es schaffen, die Liebe in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen und uns für die Liebe entscheiden, werden wir glücklich sein. Wenn wir uns für die Angst entscheiden, werden wir unglücklich sein. Im Grunde genommen ist es so einfach, braucht aber natürlich sehr viel Training.

Wer sich für das Buch interessiert, man kann es hier >> erwerben.

Kleine und große Dinge, die glücklich machen, stelle ich auch auf meinem anderen Blog Happy Dings vor. Freue mich, wenn Ihr auch dort mal vorbei schaut.

Freue mich wie immer auch über Besuche meines Blog bei Instagram, Facebook und Twitter.

Dieser Blog soll nur eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellen und ersetzt natürlich keine professionelle psychologische Beratung.

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