Selbstbewusstsein und Verwirklichung

Der Weg zum Glück: loslassen und vertrauen lernen

Derzeit sind ja sogenannte Bucket Listen und To Do Listen in aller Munde (siehe auch dieser Blog-Eintrag). Und ich finde generell, dass die Listen auf jeden Fall eine gute Motivation und Inspiration sind, um die Dinge im Blick zu behalten, die man noch tun will. Ich habe mir selbst auch zwei bis drei solcher Listen zu verschiedenen Themen in meinen Kalender notiert.

Wenn man sich jedoch dann selbst vornimmt, sich zu 100 Prozent ganz strikt an solche Listen zu halten, birgt das natürlich auch die Gefahr, dass man all die schönen Dinge im Leben verpasst, die genau im JETZT passieren und nicht irgendwann in der Zukunft. Die große Kunst ist es also, sein eigenes Leben so gut es geht in diesem Jetzt zu verbringen, ohne die großen Ziele aus den Augen zu verlieren. So einfach – zumindest in der Theorie. Die Praxis sieht jedoch oft um einiges komplexer aus.

Ich will alles kontrollieren

Ich zum Beispiel bin ein großer Kontrollfreak und kämpfe eigentlich schon seit meiner Kindheit damit, dass ich alles sehr schnell und sehr perfekt machen möchte. Und dass ich alles kontrollieren will. Und weil eben nichts schnell und nichts gut genug ist, wird vieles immer wieder abgebrochen und nicht zu Ende gemacht. Oder im schlimmsten Fall: gar nicht erst angefangen. Das ist natürlich absolut fatal. So kommt nämlich garantiert kein Fortschritt zustande, das Leben bleibt eintönig und man tut im Prinzip immer nur das, was man eigentlich schon kann. Das kann man dann natürlich auch sehr gut – das ist der Vorteil.

Ich bin nicht gut genug

Und vor allem ist da dann noch der Gedanke, der oft an einen regelrechten Kontrollzwang grenzt, dass mein Leben mit seinen einzelnen „Stationen“ perfekt ablaufen muss, dass sich mein Leben ändern muss. So, wie es gerade ist, ist es niemals gut genug. Wer gut genug definiert? eine Ahnung, vermutlich die „Gesellschaft“. Und hier hinkt die Logik eigentlich schon. Zumindest wenn man mal bewusst darüber nachdenkt, dass man sich von anderen Menschen, die meisten davon kennen wir noch nicht einmal, sein eigenes Leben diktieren lässt. Und sich von der sogenannten „Gesellschaft“ sagen lässt, was für einen selbst richtig oder falsch sein soll. Schon als Kinder wollten wir oft das, was unsere Freunde hatten. Und wir fanden es absolut unnötig und waren genervt, wenn uns unsere Eltern mit dem scheinbar total ausgeleiherten und abgenutzten Satz: „Und wenn der Stefan aus dem Fenster springt, springst Du dann auch?“ ankamen. Dieses Argument hat nämlich jede weitere Diskussion im Keim erstickt. Und zwar nicht einfach nur so, sondern weil es so wahr ist. Heute sollten wir uns genau diese Frage öfter mal selbst stellen. Denn was andere Menschen tun, haben oder nicht haben, hat mit unserem eigenen Leben nicht das Geringste zu tun.

Die meisten von uns haben diesen „Master-Plan“, den es zu erfüllen gilt: Karriere machen, Mann kennenlernen, heiraten, Haus, Garten, Kinder, Hund. Das alles sind in der Gesellschaft gängige Wege zum Glück, wie es scheint. Aber dieser Plan, nach dessen Erfüllung mein Leben angeblich nun endlich den ultimativen Sinn machen und vollendet sein soll, ist bei mir persönlich nun 35 Jahre lang nicht aufgegangen. Also ist die Realität eigentlich der beste Beweis dafür, dass es wohl für mich doch nicht hat so laufen sollen. Und mit dem Master-Plan, der scheinbar nicht so funktioniert, wie ich dachte, bin ich sicherlich nicht alleine. Und manchmal macht es mich trotzdem wahnsinnig. Aber wenn ich ehrlich bin eigentlich nur, solange ich in diesem Zusammenhang den Gedanken hege, dass mit mir und meinem Leben irgendetwas falsch läuft. Das etwas nicht stimmt. Das ich wo anders sein sollte, als ich jetzt gerade bin. Dass ich mehr erriecht haben sollte. Eine größere Wohnung, einen besseren Job, eine harmonische Beziehung – you name it. Wer das definiert? Vermutlich wieder die „anderen“.

Was will ich wirklich?

Und wenn ich so länger darüber nachdenke, weiß ich manchmal auch gar nicht mehr genau, ob es eigentlich das Leben ist, das ich aus tiefstem Herzen wirklich führen möchte. Oder ob ich nur glaube es führen zu wollen, weil ich von anderen gehört habe, dass es wohl das ultimative Glück sein soll. Wie ultimativ es am Ende dann wirklich ist: keine Ahnung. Wer weiß das schon. Das Problem mit großen Plänen und Träumen, die auf jeden Fall in Erfüllung gehen sollen, ist ja folgendes: Wir denken, wenn wir dies und das in der Zukunft erreicht haben, DANN sind wir glücklicher. DANN sind wir angekommen. DANN gehören wir irgendwo dazu. Sind sicher. Zufrieden. Mit uns selbst im Reinen. Und dann haben wir all das und merken plötzlich: Sind wir ja gar nicht! Denn wir sind immer nur genau so glücklich, wie wir uns im Herzen fühlen (wollen). Zu jedem Zeitpunkt. Alles andere ist nichts anderes als eine Illusion.

Loslassen und vertrauen lernen

Ich habe mir deshalb vorgenommen im Jahr 2017 ein bisschen mehr loszulassen. Denn die Sache ist die: Wenn man permanent verkrampft ist und Angst hat, dass etwas Unkontrollierbares geschieht beziehungsweise etwas nicht so läuft, wie man es sich vielleicht erhofft hatte oder, wie es im eigenen Master-Plan steht, verpasst man das wahre und echte Leben im Moment. Das einzige Leben, das wirklich zählt. Und das oft so unfassbar schön ist, ohne dass man es merkt. Denn das Jetzt ist der einzige Moment, den wir wirklich zu 100 Prozent kontrollieren können. Und im Jetzt können wir immer wieder aufs Neue entscheiden, ob wir  Dinge in unserem Leben haben möchten oder nicht. Jackpot!

Sehnsucht nach Liebe

Oft ist ja die Sehnsucht danach, irgendwo dazu zugehören, die Sehnsucht nach dem Traumpartner, nach Kindern oder nach dem erfolgreichen Job eine Sehnsucht nach Liebe, nach Anerkennung und nach Bestätigung. Wir suchen andere Menschen, damit sie uns unseren Wert als Mensch bestätigen. Mit dieser Annahme wird aber auch die fatale Schlussfolgerung geboren, dass wir ohne einen Mann, Kinder oder einen erfolgreichen Job nichts wert sind. Und genau hier liegt unser Denkfehler. Denn wie oft erwischen wir uns dabei, dass wir andere Menschen selbst mitleidig ansehen, die vielleicht keine feste Beziehung, keine Kinder oder keinen erfolgreichen Job haben? Die nicht so aussehen, wie das gängige Schönheitsideal. Und das am Ende vielleicht noch nicht einmal wollen!! Die anders leben, anders denken und einfach anders sind. Warum finden wir das so „komisch“ und gehen sofort davon aus, dass mit diesen Menschen etwas nicht stimmen kann? Warum können Menschen nicht einfach schon jahrelang alleine UND glücklich leben? Warum glauben wir, dass man keine 20 Jahre im selben Job mit mittelmäßigem Gehalt glücklich sein kann? Wie wäre es, wenn wir die Menschen zukünftig nicht mehr danach beurteilen, wie sie aussehen, wie sie leben oder „wie weit sie es im Leben gebracht haben“ – denn wer setzt hier schon die Maßstäbe? – sondern viel mehr danach, wie wir uns in ihrer Gegenwart fühlen? Denn am Ende kommt es nur darauf wirklich an. Wie schon die amerikanische Schriftstellerin, Professorin und Bürgerrechtlerin ― Maya Angelou sagte:

“I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.”

Liebe Dich selbst

Wirkliche, echte, ultimative Liebe braucht kein Gegenüber. Sie liegt in Dir. Und wenn Du Dich wirklich selbst liebst, wirst Du keinen einzigen Tag Deines Lebens wirklich alleine sein. Und dann schwinden auch all Deine Ängste. Und wenn ich tief in mich hinein höre, dann weiß ich, dass das der einzige Weg zum Glück sein wird. Und dass es das Einzige ist, wonach wir alle immer gesucht haben. Und immer, wenn ich es schaffe, mehr loszulassen, mehr zu fühlen und weniger zu denken, dann spüre ich ganz deutlich: Mein Leben ist so gut – ganz genauso, wie es ist!

Noch mehr zum Thema Lebens-Glück findet Ihr auf meinem anderen Blog „Happy Dings“. In diesem Blog Beitrag stelle ich Euch zum Beispiel 6 Bücher vor, die Deine Lebensqualität extrem verbessern werden und hier zeige ich Euch meine 10 Lieblings Webseiten zum Thema Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung. 

Freue mich über Besuche auch bei Instagram, Facebook und Twitter.

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10 Kommentare zu „Der Weg zum Glück: loslassen und vertrauen lernen

  1. Super Beitrag, du sprichst hier wahre Worte aus. Diesen Perfektionismus, nie gut genug zu sein, egal was man tut, das kennen ich auch. Ich finde es sehr mutig von dir, dass du dich so ehrlich zeigst, denn die meisten Menschen „kämpfen“ mit Selbstwertproblemen, wie auch immer sie sich zeigen, nur zugeben wollen es die wenigsten. Manchmal dauert es sogar bis man es sich selbst eingestehen kann, da es ja eigentlich nichts „gutes“ ist -man will es nicht haben. Mit dem Beitrag erreichst du sicher viele Menschen, die sich in deinen Worten wiedererkennen und neue Kraft und Ideen daraus schöpfen können. Einfach klasse! Herzensgrüße v. Nicole

    Gefällt mir

  2. Liebe Christina,
    sehr schöner Artikel! Immer dieser Perfektionismus… Der gesellschaftliche Druck, unter den wir uns vorrangig selbst setzen…
    Wie man sieht, ein leider bekanntes Problem…
    Liebe Grüße
    Jenny

    Gefällt 1 Person

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