Angst und Sorgen überwinden

Du bist nicht selbst schuld – wie man sich bei psychischen Krankheiten frei von Schuld und Scham macht 

Ein Thema, das mich in der letzten Zeit extrem beschäftigt, ist das Thema „Schuld“ und „Scham“ bei psychischen Krankheiten. Viele Betroffene empfinden Schuld und Scham aufgrund ihrer psychischen Erkrankung und gehen schlimmstenfalls deswegen nicht einmal zu einem Arzt. Sie denken mit ihnen stimmt etwas nicht und dass sie einfach nur zu schwach für ihr Leben sind. Und dass sie alleine mit ihren Problemen sind und es anderen Menschen nicht so geht. Sie denken oft, sie müssten es alleine schaffen und schämen sich dafür, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei kann man Schuldgefühle und Schamgefühle auch wieder loswerden, indem man sein Denken ändert.

Ich möchte deshalb in diesem Blog Beitrag dafür plädieren, sich frei von Schuld und Scham zu machen, wenn man psychisch erkrankt ist. Denn das ist im Grunde eine Erkrankung wie jede andere auch und man sollte genau so mit ihr umgehen. Wenn Ihr Euch also mit einer psychischen Erkrankung herum quält, kann die folgende Sichtweise helfen. Ich bemühe mal den Vergleich eines gebrochenen Beines, weil man daran einiges sehr gut und anschaulich erklären kann.

Du hast eine Krankheit und bist NICHT selbst schuld!

Wenn wir uns ein Bein brechen, wissen wir ganz genau, dass wir krank sind und was wir haben. Wir wissen, dass wir die nächsten Wochen nicht laufen können. Im Normalfall können wir das auch so hinnehmen und versuchen nicht krampfhaft etwas daran zu ändern. Eben weil wir wissen, dass egal, was wir tun, das Bein erst einmal eine Zeit lang gebrochen bleiben wird. Und alle anderen Menschen in unserer Umgebung wissen das auch. Weil es ja ganz offensichtlich für alle zu sehen ist, zum Beispiel daran, dass das Bein angeschwollen ist, blau und grün ist oder wir einen Gips tragen müssen. Keiner würde in diesem Zustand von uns verlangen, aufzustehen und wieder unbeschwert los zu laufen. Viele Menschen würden automatisch Rücksicht auf uns nehmen und erst wieder das Gewohnte von uns verlangen, wenn das Bein abgeschwollen ist, seine normale Farbe wieder hat und der Gips runter ist.

Jetzt lasst uns einmal selbst ganz logisch überlegen, was wir wohl tun würden, wenn wir ein gebrochenes Bein hätten? Vermutlich würden wir uns schonen und uns so lange ausruhen und Pausen gönnen, bis wir Schritt für Schritt wieder fit werden, das Bein wieder zusammen wächst und wir wieder langsam anfangen können zu gehen. Wenn der Bruch besonders schlimm war, würden wir danach vielleicht sogar noch auf Reha gehen, um den Muskel wieder aufzubauen und neu laufen zu lernen. Niemals würde es uns (oder anderen) einfallen, den Gips einfach herunter zu reißen und wieder auf dem kranken Bein herum zu springen, nur weil wir denken, es müsste jetzt plötzlich geheilt sein. Wir würden auch nicht auf die Idee kommen zu testen, ob das Bein wieder funktioniert und belastbar ist, indem wir einen Marathon laufen und um uns selbst etwas zu beweisen.

Warum geht man dann mit psychischen Krankheiten ganz anders um? Man macht sich Vorwürfe, dass es einem schlecht geht, man verurteilt sich dafür, dass man bestimmte Dinge nicht mehr schafft. Man beschwert sich darüber, dass nichts mehr so ist wie es einmal war. Und anstatt sich zu schonen, weil man krank ist, fordert man sich immer weiter und weiter und ist dann enttäuscht, wenn man am Ende an seinen eigenen zu hohen Maßstäben scheitert.

Warum denken wir, dass wir an psychischen Krankheiten selbst schuld sind, dass wir nur anders denken und handeln müssen, dass wir nur anders sein müssten, einen Schalter umlegen, die Wurzel des Übels finden und dann ist alles wieder gut? Wenn wir das bei anderen Krankheiten auch nicht denken? Im Grunde entstehen fast alle Krankheiten (egal ob psychischer oder körperlicher Natur) dadurch, dass wir uns zu viel zugemutet haben. Wenn Du eine psychische Krankheit hast, kannst Du Dinge, die für Dich früher kein Problem waren im Moment also nicht tun, weil du krank bist. Punkt. Mehr muss dazu nicht gesagt werden. Und nicht weil du zu schwach, zu dumm, zu ängstlich, oder zu unsicher bist. Wenn die Krankheit verheilt ist, wirst du auch wieder in das Leben zurück finden, aber nur Schritt für Schritt – eben erstmal den gemütlichen Spaziergang und nicht den Marathon.

Tue Dir selbst etwas Gutes!

Dieser Blog Beitrag geht also an alle, die psychisch erkrankt sind – sei es mit einer Angststörung,  einer Depression, einem Burnout, einer Essstörung oder was es sonst noch so alles gibt: Es ist NICHT Deine Schuld, dass es Dir so geht, wie es Dir geht! Egal, wie sehr Du Dir das auch einredest! Es gibt tausende von komplexen Zusammenhängen, die dazu geführt haben, dass Du krank geworden bist. Über-analysieren der Situation bringt Dich nicht weiter. Nimm die Krankheit als Krankheit an und tue das, was man tut, wenn man krank ist: Geb Dir Zeit und Ruhe, sei nett und liebevoll mit Dir selbst, spende Dir Trost und sorge gut für Dich. Tue das, was Du gerne tust, überfordere Dich nicht und verlange keine Dinge von Dir, die Du nicht tun willst – egal, wie klein und unwichtig Dir diese Dinge auch erstmal erscheinen mögen und Du Dir einredest, dass sie nun wirklich kein Problem für Dich sein sollten. Zum Thema „Leistungsdruck“ und dem ewigen „müssen“ habe ich bereits einen Blogbeitrag zum Thema „Du musst nichts geschrieben“, der vielleicht auch weiterhelfen kann.

Hole Dir Hilfe!

Und ganz wichtig: Hol Dir Hilfe! Schäme Dich nicht dafür! Auch wenn sich eine psychische Erkrankung wie das Ende der Welt anfühlen mag, sie ist es nicht! Und es gibt immer Hilfe! Dabei stehen an erster Stelle natürlich die richtigen Ärzte und Menschen, die Dich unterstützen.

Folgende Seiten können vielleicht weitere erste Anregungen bieten und Inspirationen geben:

http://www.mymonk.de

http://www.zeitzuleben.de

http://www.psychotipps.com

Freue mich über Besuche auch bei Instagram, Facebook und Twitter.

Wer sich etwas Gutes tun möchte und Spaß am Basteln und Entdecken hat, darf sich gerne auch mal auf meinem anderen Blog Happy Dings umschauen. Hier gebe ich allerlei Bastel Inspirationen und Tipps für ein achtsameres Leben.

Dieser Blog soll nur eine Hilfe zur Selbsthilfe darstellen und ersetzt natürlich keine professionelle psychologische Beratung oder einen Arztbesuch.

Advertisements

Ein Kommentar zu „Du bist nicht selbst schuld – wie man sich bei psychischen Krankheiten frei von Schuld und Scham macht 

  1. Toller Beitrag 🙂 Leider ist es eben nicht so einfach, die Schuld bei sich selbst zu suchen und sich für sein Verhalten zu verurteilen. Doch solche Beiträge helfen dabei zu versuchen sich bewusst zu machen, dass man keine Schuld trägt und sich nicht dafür zu schämen Hilfe in Anspruch zu nehmen, sondern stolz darauf zu sein!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s